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Bobfahren beim PSC Berlin

31.01.2017 SPORT

Neue Sportart Bobfahren

Erstmals offiziell unter der Flagge des Weltverbandes IBSF tragen seit diesem Winter Sportler/innen mit einem Handicap eigene Weltcups im Para-Bob und Para-Skeleton aus. Nach den Weltcup-Stationen in Park City, USA und Lillehammer, NOR ging es am letzten Wochenende nach Oberhof in Thüringen. In St. Moritz, SUI folgen dann die Weltmeister-schaften 2017 mit Athleten aus elf Nationen (AUS, AUT, CAN, ESP, EST, GBR, LAT, LTU, NOR, SUI, USA).

Voraussichtlich im Jahr 2022 wird diese rasante Sportart im chinesischen Peking ins paralympische Winterprogramm aufgenommen. Bevor es jedoch soweit ist stehen für den vor drei Jahren gegründeten Verband zahlreiche Fahrten auf den Bahnen dieser Welt an – unter anderem auch mit der nun erfolgreich absolvierten Deutschland-Premiere vom Wochenende in Oberhof.

Am 27. und 28. Januar 2017 feierte der Parasport Bob und Skeleton in der Thüringer Wintersporthochburg Oberhof seine Weltcup-Premiere auf deutschem Boden. 24 Starter und Starterinnen mit Handicap stellten sich der Herausforderung auf einer der anspruchsvollsten Kunsteisbahnen der Welt, dem mit 1354,5 Meter langen Oberhofer Eiskanal.

Beim Einer-Mono Bob wird aus Fairness- und Finanzgründen auf identische Bobs gesetzt. Lediglich die Sitzposition kann je nach Handicap individuell angepasst werden. Die 20 Carbonschlitten – sogenannte Sauber-Bobs aus der berühmten Tuningwerkstadt in der Schweiz - wurden vom Weltverband IBSF für Trainings- und Wettkampffahrten zur Verfügung gestellt und werden auch vom Verband abgestimmt und gewartet.

Noch nicht im Weltcup am Start, aber die ganze Woche vor Ort mit vielen Trainingsläufen noch von Jugendstart war der momentan einzige Deutsche Bobpilot mit einer Start-berechtigung, Tom Kierey aus Berlin. Der für den PSC Berlin startende Paralympicszweite von Rio 2016 und amtierende Weltmeister im Rennkanu versuchte sich erfolgreich bei seinen ersten Fahrten in der Eisrinne von Oberhof. Das ihn die Profitrainer noch nicht vom Herrenstart über die komplette Strecke schickten wurde beim Zusehen des Weltcuprennen mit Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern deutlich und verständlich. Aufmerksame Beobachter an der Strecke waren Dr. Karl Quade, Vizepräsident des DBS, und Dr. Ralf Otto, Präsident des PSC Berlin, die sich Beide selber einen Eindruck von dieser faszinierenden Sportart machen wollten und dann auch am Freitag bei der Siegerehrung anwesend waren.

Quelle: Dr. Ralf Otto / WSV Oberhof 05

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