Unsere Sportarten

Leichtathletik

Die Wettkämpfe in der Leichtathletik ziehen bei den Paralympics mit Abstand die größte Aufmerksamkeit auf sich. 168 Track and Field-Wettbewerbe (in Tokio 2020) stellen die mit Abstand größte Anzahl an Athleten und Wettkämpfen bei den Spielen. Seit Rom 1960 hat sich das Leistungsniveau sowohl durch verbessertes Prothesen- und Rollstuhlmaterial, aber vor allem durch professionelles Hochleistungstraining stetig weiterentwickelt. Neue Dimensionen eröffneten sich nicht erst seitdem Doppelunterschenkelamputierte die 400 m um die 45 Sekunden laufen oder Rennrollstuhlfahrer den Marathon unter 1:22 Stunden absolvieren. Die Leichtathletik ist in fünf große Wettkampfklassen aufgeteilt, die in separaten und kombinierten Entscheidungen um Medaillen kämpfen: Die Rollstuhlathleten im Fahren und im Wurf, die Cerebralparetiker, die Blinden und Sehbehinderten, die Gruppen der Amputierten und Les Autres und neu wieder im Programm die Startklasse der Sportler/innen mit einer mentalen Beeinträchtigung. Seit Sydney 2000 fanden viele Wettbewerbe in kombinierten Klassen statt, die zum Teil auch unterschiedliche Behinderungsarten zusammenfassten und nach einem sehr umstrittenen und schwer durchschaubaren Punktesystem bewertet wurden. Dies wurde in Rio 2016 abgeschafft und ermöglicht transparentere Wettkämpfe, allerdings einhergehend mit dem Verlust von einer Disziplinenvielfalt.

Schwimmen

Der Schwimmsport - eine der ältesten Disziplinen des Behindertensports - hat seine Ursprünge in der Physiotherapie und der Rehabilitation. Der Leistungssport hat seit der Nachkriegszeit eine enorme Eigendynamik entwickelt. Bei den Paralympics gehören die Schwimmwettkämpfe neben den Ausscheidungen in der Leichtathletik zu den größten und beliebtesten Programmpunkten. Bei den Paralympics finden Wettbewerbe im Schwimmen in allen Behinderungsarten statt. Die besonderen physikalischen Eigenschaften des Wassers ermöglichen es den Athleten, unabhängig vom Grad der Behinderung, die Wettkämpfe ohne Prothesen oder andere technische Hilfsmittel zu bestreiten. Nur Sehgeschädigte/Blinde Athleten haben Anspruch auf taktile Hilfen bei der Wende und beim Anschlag. 

Radsport

Radsport zählt noch zu den relativ jungen Sportarten im Behindertensport. Die Sehbehinderten waren Anfang der achtziger Jahre die Ersten die Radrennen als Wettkampfsport für sich entdeckten. Seit Barcelona 1992 messen sich auch andere Behinderungsgruppen in den Disziplinen Bahn und Straße. Gewertet werden Mannschafts- und Einzelzeitfahren. Je nach Grad der Behinderung benutzen die Athleten spezielle, auf die jeweiligen Bedürfnisse konstruierte Fahrräder und Prothesen/Orthesen. Die Sehbehinderten bestreiten ihre Rennen mit einem/r sehenden Piloten/in auf Tandem-Rädern. Einen Boom erlebt Radsport seit der Aufnahme der Handbike-Klassen in den Wettkampfcanon.

Tischtennis

Tischtennis ist eine der schnellsten und spannendsten Sportarten bei den Paralympics und seit 1960 dort vertreten. Alle Sportler mit einer körperlichen Behinderung (ausgenommen Blinde) können Tischtennis stehend oder im Rollstuhl sitzend spielen. Es gelten die Regeln des Internationalen Tischtennis-Verband (ITTF). Einziger Unterschied zu den Regeln im Nichtbehinderten-Tischtennis ist die Aufschlagregel für Rollstuhl-Athleten. Der Ball muss über die Grundlinie des Tisches gespielt werden. Geht er im Verlauf des Aufschlages zu einer Seitenlinie heraus, oder durch die Rotation zurück zum Netz, ist der Aufschlag zu wiederholen. Gespielt werden drei Gewinnsätze, die bei elf Punkten entschieden sind. Bei Gleichstand geht der Satz an den Spieler, der zuerst zwei Punkte Vorsprung hat. Die Klassen eins bis fünf starten im Rollstuhl, die Klassen sechs bis zehn spielen stehend, in Klasse elf starten Sportler mit geistiger Behinderung.

 

Bob

Bobfahren könnte 2022 paralympisch werden. Voraussichtlich mit Einer-Bobs.

Segeln

Segeln war seit 2000 paralympisch, wird aber an 2020 in Tokyo nicht mehr im Paralympischen Programm sein.  

Segeln wird nach den Bestimmungen des Internationalen Behinderten-Segel-Verbandes (IFDS) ausgetragen. Die Sportart ist für alle Athleten mit einer körperlichen Behinderung zugänglich. Bei den paralympischen Segelwettbewerben kommen wegen der höheren Stabilität ausschließlich Kielboote zum Einsatz. Alle Boote haben ein offenes Cockpit und leichte Modifizierungen in der Ausrüstung, um die Einschränkungen der Athleten zu kompensieren. Innerhalb der Crews ergänzen sich Menschen mit verschiedenen Behinderungen. Die Sportler segeln in drei Bootsklassen gegeneinander, die nicht nach Geschlecht getrennt sind: Ein-Mann-Kielboot (2,4m R) / Zwei-Mann-Kielboot (SKUD 18) / Drei-Mann-Kielboot (Sonar). Je nach Grad ihrer Einschränkung erhalten die Athleten eine Einstufung von 1,0 bis 7,0 Punkten. Bei der Sonarklasse darf die Gesamtsumme einer dreiköpfigen Crew 14 Punkte nicht überschreiten. Beim Ein-Mann-Kielboot messen sich unterschiedlich schwer Behinderte ohne Punktsystem. Im Kielboot mit zwei Personen muss eine Frau sitzen. Die paralympischen Regatten werden im Fleetrace ausgetragen - das heißt: Alle Boote starten gemeinsam. Für jedes einzelne Rennen gibt es Punkte und gewonnen hat derjenige, der nach der gesamten Regatta die niedrigste Punktzahl hat. Zwei Rennen sind pro Tag bei internationalen Wettbewerben üblich.

 

Kanu

Kanu-Rennsport ist seit 2016 paralympisch. Die Silbermedaille von Rio 2016 über 200m ging an Tom Kierey vom PSC Berlin.